2. Ausschreibung über die Projektmittel 2012 der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren (LAG NW) 26.2.2012/16.4.2012

 

ACHTUNG: Diese Ausschreibung erfolgt wie immer unter Vorbehalt. Zum jetzigen Zeitpunkt steht noch nicht ganz fest, ob und wenn ja, in welcher Höhe die LAG NW Projektmittel vom Land NRW für das Jahr 2012 bekommt. Im Haushaltsjahr 2004 hat die LAG NW 130.000 Euro an Projektmitteln bekommen (nach 200.000 Euro im Jahr 2002 und 190.000 Euro im Jahr 2003), im Jahr 2005 waren es 125.000 Euro, in den Jahren 2006, 2007, 2008, 2009, 2010 und 2011 waren es 130.000 Euro. Wohlinformierte Kreise berichten, dass es 2012 mehr werden kann. Aber endgültig ist das alles in der Regel erst mit dem bekannten Bewilligungsbescheid. Mehr und neues ist dann in der Presse und vor allen Dingen auf unsere Internetseiten unter www.soziokultur-nrw.de zu finden.

 

Auf Grundlage der Grundsätze und Förderrichtlinien zur Vergabe von Projektmitteln der LAG NW erfolgt hiermit die 2. öffentliche Ausschreibung dieser Fördermittel für 2012. Die Vergabe von Mitteln der LAG NW für Kooperationsprojekte an örtliche Träger erfolgt auf der Grundlage folgender Punkte:

 

1. Voraussetzung der Kooperation ist ein entscheidungsreifer Antrag. Im Einzelfall ist eine Beratung der Antragsteller durch die Geschäftsstelle möglich.

 

2. Über die Kooperation entscheidet der Beirat der LAG NW. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Geschäftsstelle teilt die Entscheidungen des Beirats den Antragstellern mit.

 

3. ACHTUNG ABER: Die Antragsfrist für die Abgabe der Anträge 2012 war bisher der 1. Mai 2012. Ob wir den beibehalten, ist offen. Durch die Nichtverabschiedung des Landeshaushalts sind auch möglicherweise unsere Projektmittel betroffen. Wir wissen noch nicht, ob und wann sie freigegeben werden. Deswegen immer mal wieder auf unsere Seiten schauen bzw. wir teilen das rechtzeitig mit.

 

Die LAG NW veranschlagt ca. 4 Wochen für die Entscheidungsfindung, d.h. Zusammenstellung der Anträge, Versand der Anträge an den Beirat, Vorbereitung des Beirates, Beiratssitzung und Mitteilung an die Antragsteller.

 

Im ersten Verfahren wurden ca. 60 % der Mittel vergeben (plus/minus 10%).

 

4. Die Antragstellung an die LAG NW erfolgt zur Vereinfachung mit einem Formblatt (zum runterladen als Rtf-Datei oder als Word-Datei). Bestimmte Angaben, sofern nicht schon bekannt, sind jedoch erforderlich für die Entscheidungen des Beirats. Fehlen folgende Angaben, kann der Antrag nicht geprüft werden:

 

- Antragsteller, Anschrift, Name der verantwortlichen Person,

- Rechtsform, Satzung, Gemeinnützigkeit

- Arbeitsprogramm (Selbstdarstellung)

- Informationen über bisherige Arbeiten und Projekte

- Beschreibung und Begründung des Vorhabens (Projektbeschreibung)

- Beginn und Abschluss des Vorhabens (Zeitplan) Achtung: Die Projektmittel sind an das Haushaltsjahr gebunden, das heißt, die Projekte müssen bis zum 31.12.2012 abgeschlossen sein.

- Kosten- und Finanzierungsplan (siehe auch Muster im Netz oder hier zur Ansicht oder zum runterladen als exe-datei oder als zip-datei ) (zusätzlich zur Kenntnis eine Musterabrechnung zur Kenntnis, auch zum runterladen).

 

Die Angaben werden nur für Zwecke der Antragsbearbeitung verwendet. Im Falle einer Förderung und Kooperation wird jedoch vorausgesetzt, dass der örtliche Träger mit der Veröffentlichung des Projektes in den Berichten der LAG NW einverstanden ist.

 

Bei allen Vorhaben oder Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem geförderten Projekt stehen (Plakate, Pressemitteilungen, Dokumentationen), ist in geeigneter Weise auf die Förderung und Kooperation mit der LAG NW hinzuweisen, etwa wie folgt:

 

"(Das Projekt) wird gefördert von der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen (LAG NW) mit Mitteln des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen."

Die entsprechenden Logos sind dafür auch zu verwenden und unter http://www.soziokultur-nrw.de/logos

zu finden.

 

5. Künstlersozialkasse und Steuern: Zuwendungsempfänger haben darauf zu achten, dass, wenn sie selbstständige KünstlerInnen und Publizisten engagieren, sie auch für Künstlersozialabgabe verantwortlich sind. Das gilt auch für Zuwendungsempfänger, sofern sie natürliche Personen sind bzw. sich in einer GbR organisiert haben.

Ebenfalls verantwortlich sind Zuwendungsempfänger für Steuern sowie der GEMA-Gebühren und entsprechender öffentlicher Abgaben.

 

6. Einige Bewilligungsgrundsätze:

 

Die Bewilligung der von der LAG NW bewilligten Mittel ist zweckgebunden. Der Verwendungszweck ist im Kooperationsvertrag/Zuwendungsbescheid angegeben. Der Bewilligungsempfänger ist verpflichtet, die Einwilligung der LAG NW für die beabsichtigte Änderung des Zuwendungszweckes einzuholen.

 

Der Bewilligungsempfänger hat eigenverantwortlich für die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und behördlicher Anordnungen Sorge zu tragen, insbesondere auch etwa erforderliche behördliche Erlaubnisse einzuholen. Die LAG NW haftet nicht für Schäden, die dem Bewilligungsempfänger oder Dritten aus der Durchführung des gemeinsamen Vorhabens entstehen.

 

Die LAG NW behält sich das Recht auf Widerruf der Bewilligung und Rückforderung der gezahlten Gelder vor, wenn die Bewilligungsbedingungen nicht beachtet, insbesondere die Mittel nicht zweckentsprechend verwendet werden. Vertreter der LAG NW haben das Recht, den Zuwendungsempfänger - ggf. auch während des laufenden Projektes - zu besuchen und die sachgemäße Durchführung des Projektes zu prüfen.

 

 

Grundsätze und Förderrichtlinien für die Vergabe von Projektmitteln der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren (LAG NW)

 

Die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen e.V. (LAG NW) führt im Sinne ihrer Satzung solche Projekte durch bzw. wird kooperierend und fördernd bei der Durchführung von Projekten tätig, die die alltägliche Lebenswelt in die Kulturarbeit einbeziehen und zugleich eine Rückwirkung der so entstehenden Formen von Kunst und Kultur in unsere Gesellschaft anstreben.

 

Die im Folgenden aufgestellten Grundsätze und Leitlinien lehnen sich bewusst an die bewährte Praxis des Fonds Soziokultur e.V. an, der seit 1988 bundesweit soziokulturelle Projekte fördert.

 

Soziokulturelle Praxis soll der Entfaltung der ästhetischen, kommunikativen und sozialen Bedürfnisse und Fähigkeiten aller Bürger dienen. Sie leistet damit einen Beitrag zur Erhaltung und Weiterentwicklung der kulturellen Chancengleichheit und der demokratischen Kultur unseres Landes.

 

Ziel ist die Entwicklung der kulturellen Bildung der Kinder- Jugendlichen und Erwachsenen durch Vermittlung und Aneignung kultureller und künstlerischer Ausdrucksformen und Ermutigung und Befähigung zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

 

Leitlinie bei der Auswahl der Kooperationsprojekte durch die LAG NW ist die Stärkung von Innovation und Kontinuität soziokultureller Praxis. Sie versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe, indem sie die Selbstorganisation und Selbstverantwortung in der Kulturarbeit unterstützt. Darüber hinaus sollen die Vorhaben beispielgebend sein für die weitere Entwicklung der Soziokultur. Insbesondere werden auch solche Projekte gefördert, die die Kooperation und Vernetzung in der Kommune, in der Region bzw. im Land Nordrhein-Westfalen zum Ziel haben.

 

Wichtig für die beantragten Projekte ist es, dass sie Kunst und Kultur nutzen, um mit den NutzerInnen des Zentrums, BürgerInnen aus dem Stadtteil und aus der Stadt u.a. eigene kulturelle Akzente setzen und um breitere Bevölkerungsschichten einen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen. Diese Projekte sollten exemplarisch sein in der Stadt, in der Region bzw. auch Ideengeber für Nachahmer. Wichtig dabei ist, dass diese Kulturprojekte nicht nur Angebote zum Konsumieren sind, sondern auch die Möglichkeit für viele bieten, Kultur selbst zu gestalten. Das gilt insbesondere für Projekte, die die Sparten Theater, Musik, Kunst und neue Medien nutzen.

 

Die LAG NW fördert insbesondere Vorhaben, die sonst aus finanziellen Gründen nicht realisierbar wären. Dazu gehören in erster Linie an gesellschaftlichen Fragen orientierte kulturelle Projekte, die - weil sie spartenübergreifend und in den Grenzbereichen von kultureller, sozialer und politischer Arbeit angesiedelt sind - allzu häufig zwischen die Raster an klassischen Sorten orientierter Kulturförderung fallen. Freien Trägern (Initiativen, Vereinen) wird der Vorrang gegeben vor öffentlichen Antragstellern.

 

Die Förderung mit örtlichen Trägern erfolgt in der Regel in der Form, dass die LAG NW für einen Antrag bei ihr eingereichtes Vorhaben die Mitverantwortung übernimmt, in dem sie einen Teil des entstehenden finanziellen Fehlbedarfs trägt. Die Verantwortung für die Durchführung vor Ort und die Einwerbung weiterer Mittel liegt bei den örtlichen Kooperationspartnern.

 

Kooperationen werden vereinbart für zeitlich befristete Projekte. Regelmäßige Kooperationen sind nicht vorgesehen. Die Mittel der LAG NW sollen dabei so eingesetzt werden, dass weitere öffentliche und/oder private Finanzierungsquellen erschlossen und mobilisiert werden.

 

Die Kooperation setzt in der Regel eine angemessene Eigenleistung der örtlichen Träger voraus, die über Geld, Sachmittel und Arbeitsleistungen eingebracht werden kann.

 

In der Gesamtheit der von der LAG NW mit getragenen Projekte soll die Bedeutung soziokultureller Arbeit für das Land Nordrhein-Westfalen sichtbar werden.

 

Ein besonderes Anliegen ist dabei, soziokulturelle Projekte auch in Bereichen Nordrhein-Westfalens zu realisieren, in denen die soziokulturelle Infrastruktur bisher nur schwach ausgebildet ist.

 

Auf die Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse und Erfahrungen wird besonderer Wert gelegt.

 

Zur Vergabe dieser Mittel wird von der LAG NW ein Beirat gebildet, der von der Mitgliederversammlung der LAG NW gewählt wird. Der Beirat sollte aus mindestens 5, höchstens 12 Personen bestehen. Dem Beirat sollten die Geschäftsführung der LAG NW, Programmexperten sowie nach Möglichkeit Experten aus der kulturtheoretischen und -praktischen Öffentlichkeit angehören. Der Beirat wird für ein Jahr gewählt. Wiederwahl ist möglich.

 

Der Beirat wird insbesondere auf Grund folgender Thesen und Fragestellungen die Anträge bewerten:

 

Visionen:

Welche künstlerischen, gesellschaftlichen, (kultur)politischen Ideen, Vorstellungen und Perspektiven liegen dem Projekt zu Grunde?

 

Zusammenhänge:

Welche Zusammenhänge werden im Haus, in der Kommune, in der Region hergestellt?

 

Zusammenhang von Prozess und Ergebnis:

Das Verhältnis von Prozess und Ergebnis und deren Bedeutung müssen im Projektantrag aufgedeckt werden. Am Ergebnis allein ist die Prozesswertigkeit eines Projekts nicht zu erkennen. Die Ergebnis- und Prozessorientierung ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich und sollte erläutert werden.

 

Vernetzung:

Die Vernetzung der verschiedenen Anforderungen, Interessen und Ansprüche sollte sich in der "inneren Schlüssigkeit" des Antrages dokumentieren. Die Vorteile und Weiterentwicklung für alle Partner sind darzustellen.

 

Flexibilität:

Überraschungen, Entdeckungen müssen im Rahmen des Projektes möglich bleiben - Flexibilität des Korsetts.

 

Experimenteller Charakter:

Der experimentelle Charakter sollte deutlich werden: innovativ, faszinierend, interessierend.

 

Kontrollierbarkeit:

Wie können gelungene Projekte transportiert werden?

 

Nicht gefördert werden reine Veranstaltungen und Veranstaltungsangebote (Verhältnis von Rezipient/und Konsument und Produzent muss klar sein).

 

Dem Beirat als auch andere Mitglieder der LAG NW sollte ermöglicht werden, an der Entwicklung und Durchführung des Projekts teilzuhaben.

 

Die Dokumentation sollte sich u.a. nach den 6 W's orientieren: Was, Wann, Wo, Warum, Wie und für Wen? Ein inhaltliches Auswertungsgespräch mit Beirat und interessierten zwecks Herausarbeitung des Verhältnisses von Antrag und Umsetzung und die daraus resultierenden Erkenntnissen für die Arbeit sollte nach Abschluss der Projektphase durchgeführt werden.