Die "Jubelbroschüre" der LAG 1990

mit den Grundsätzen soziokultureller Arbeit


DIE ZUNGE DER KULTUR REICHT WEIT!

WOHIN SIE SICH ERSTRECKT,

DA WIRD DER MENSCH NEBST SEINER ZEIT

SO LANG WIE HOCH UND WEIT UND BREIT

VON DER KULTUR BELECKT.

..

DA DENKT MAN MANCHMAL: DIE KULTUR,

SIE KANN UNS AM --! SIE SOLL UNS NUR --!

SIE IST DAZU IMSTAND UND TUT`S.

Erich Kästner, 1928

"ES IST SCHON MITLEIDERREGEND, WENN MAN IN EIN MUSEUM GEHEN MUSS, UM SEINE EIGENE KULTUR ZU SEHEN!"

Meja Mwangi, afrikanischer Schriftsteller, 1980

DIES IST KEINE ZEIT ZUM FEIERN,

SICH ABZUWENDEN UND ZU SAUFEN,

ES IST ZEIT, KRÄFTE ZU SAMMELN,

GENAU ZU ZIELEN UND ANZUGREIFEN!

Lou Reed, 1989

WENN BEI DER REVOLUTION NICHT GETANZT WIRD, KOMME ICH NICHT....

Graffiti 1990

ENTWICKLUNG UND ENTSTEHUNG DER SOZIOKULTURELLEN ZENTREN UND DER LAG IN NORDRHEIN - WESTFALEN

Mit dem gesellschaftlichen Reformprozeß der 60er Jahre, mit den Bewegungen von StudentInnen, SchülerInnen und Lehrlingen zur Überwindung der restaurativen Strukturen der Nachkriegszeit, ging einher die breite Diskussion um den Kultur- und Bildungsbereich: "Gegenkulturvonuntenfüralle" waren Schlagworte dieser Auseinandersetzung.

Mit dem Anspruch, Teil oder sogar Ausgangspunkt der weiteren sozialen und kulturellen Bewegung zu sein, entstanden seit Ende der 60er Jahre und verstärkt seit Anfang der 80er Jahre in den Städten der Bundesrepublik eine große Anzahl politischer, sozialer und kultureller Einrichtungen unter dem Namen soziokulturelle Zentren. Neben anderen Einrichtungen aus dem Selbstverwaltungsbereich sollten diese Zentren Modellcharakter für andere gesellschaftliche Arbeits- und Lebensformen haben.

Die meisten Zentren in den Städten und Gemeinden in Nordrhein - Westfalen haben sich zur Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren NW zusammengeschlossen. Die 1981 gegründete LAG NW war bis 1989 ein Zusammenschluß ohne juristische Form zum Zwecke des Austausches von Erfahrungen und Informationen, als Diskussionsforum und Kooperationsbörse.

Seit 1984 entwickelten sich festere Strukturen mit regelmäßigen Treffen und der Bestellung eines SprecherInnenrates. 1989 konstituierte sich die LAG NW als eingetragener gemeinnütziger Verein. Seit 1990 erhält die Landesarbeitsgemeinschaft einen Zuschuß für die Landesgeschäftsstelle vom Land NW.

In der LAG NW sind derzeit 36 Mitglieder organisiert, von denen bereits 32 BetreiberInnen eines soziokulturellen Zentrums sind und 4 noch als Initiative für ein Zentrum in ihrer Stadt arbeiten (oft gegen den Willen der Kommune). Mit 20 weiteren Einrichtungen und Initiativen kooperiert die LAG NW.

Die LAG NW verfolgt als Ziel, "die Zusammenarbeit zwischen allen Einrichtungen zu fördern, die eine alternative und soziale Kulturarbeit betreiben, neue Initiativen zu unterstützen, die Öffentlichkeit über die geleistete Arbeit zu informieren und die Interessen der soziokulturellen Einrichtungen gegenüber öffentlichen Stellen (...) zu vertreten" (aus der Plattform der LAG NW).

GRUNDSÄTZE DER ARBEIT

1983 verabschiedete die Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren eine Plattform als theoretische Grundlage der Zusammenarbeit ihrer Mitglieder.

In dieser Plattform sind als gemeinsame Ziele festgehalten:

- Basis- und NutzerInnenorientierung,

- Demokratische Entscheidungsstrukturen,

- Offenheit und Transparenz,

- Nicht-profitorientierte Ausrichtung,

- Formen sozialer und politischer Arbeit, sowie demokratischer Kultur (Initiierung sozialer,

politischer und kultureller Lernprozesse),

- Förderung kultureller Bewegung von unten,

- Betonung des demokratischen und humanistischen Inhalts von Kultur und Widerstand gegen faschistische

und menschenverachtende Bestrebungen.

Basis- und NutzerInnenorientierung/ demokratische Entscheidungsstrukturen

Basis- und NutzerInnenorientierung sowie das Postulat demokratischer Entscheidungsstrukturen sind Ausdruck des Anspruches auf Selbstverwaltung und Selbstbestimmung der soziokulturellen Zentren, ihrer InitiatorInnen und BetreiberInnen.

Selbstverwaltung meint, daß die an den jeweiligen Projekten beteiligten Aktiven alle für das Projekt wesentlichen Entscheidungen selbst treffen.

Dabei hat Selbstverwaltung einen nach innen und einen nach außen gerichteten Aspekt. Unverzichtbare Voraussetzungen für die Arbeit sind die Programm-, Personal- und Finanzhoheit, sowie das Hausrecht. Nach innen wird durch die vielfältigsten Selbstverwaltungsmodelle versucht, möglichst viele NutzerInnen in die wesentlichen Entscheidungen miteinzubeziehen.

Offenheit und Transparenz

Offenheit und Transparenz sind unabdingbare Bestandteile demokratischer Entscheidungsprozesse und damit auch der Selbstverwaltung. Dies setzt jedoch voraus, daß diese "Vielen" sich kontinuierlich in die Entscheidungsprozesse einbringen und verantwortlich mitarbeiten. Mit zunehmender Professionalisierung in den Zentren wird diese Transparenz nach den bisherigen Erfahrungen allerdings schwieriger. Gleichwohl haben sich die meisten Zentren eine gegenüber staatlichen, kirchlichen oder verbandlichen Einrichtungen unvergleichlich hohe Offenheit für Veränderungen von innen oder von außen bewahrt. Offenheit ist in diesem Zusammenhang vor allem das Aufgreifen neuer gesellschaftlicher, politischer, sozialer und kultureller Problemstellungen und Ideen.

Nicht-profitorientierte Ausrichtung

Soziokulturelle Zentren haben in ihrer Ausrichtung eine ideelle Motivation - in Abgrenzung zu der kommerziellen Motivation vieler Einrichtungen, die sich mittlerweile in der Kunst- und Kulturszene tummeln. Die ideelle Motivation schließt wirtschaftliches Denken und Professionalität nicht aus, geht aber darüber hinaus. Wichtige Zielsetzungen bleiben:

- Engagement in der Breitenarbeit (Kinder, Jugendliche, alte

Menschen, Stadtteil, Politik),

- Unterstützung und Initiierung von Initiativen, insbesondere

von solchen, die eine Veränderung der gesellschaftlichen

Verhältnisse anstreben; große Nähe zu sozialen Selbsthilfe-

und Randgruppen,

- Bereitstellung von Infrastruktur und Organisationskraft für

diese Gruppen und andere NutzerInnen.

Formen sozialer und politischer Arbeit/ Förderung kultureller und künstlerischer Bewegung "von unten"

Soziokulturelle Zentren sind eine Antwort auf ein konsum- und unterhaltungsorientiertes Verständnis von Kultur, das abgehoben ist von den sozialen und politischen Bedingungen und Vorgängen der Gegenwart. "Soziokultur ist im Prinzip nichts anderes als der sich entfaltende Partizipations- und Gestaltungswille der Menschen in ihrer Lebenswelt"(Peter Alheit). Deshalb wird in den Zentren versucht, einerseits die klassische Trennung zwischen Kultur/ Kunst, Sozialarbeit und Politik aufzuheben, andererseits Rahmenbedingungen zu schaffen, die die eigenständige aktive Betätigung vieler Menschen im kulturellen Bereich fördert.

So gehören zu den selbstverständlichen Themenbereichen und Arbeitsschwerpunkten der soziokulturellen Zentren unter anderem auch

- die Ausgrenzung von Minderheiten und die Spaltung der Gesell

schaft als Ergebnis der "Modernisierung",

- die Zerstörung von traditionellen sozialinfrastrukturellen Zu

sammenhängen, sowohl räumlich (Stadtteilmodernisierung) als

auch inhaltlich (Trennung von Arbeit und Wohnen, Flexi-

bilisierung von Arbeit),

- die ökologische Bedrohung,

- die Betonung der Qualität künstlerischer/ kultureller Betäti

gung und Kreativität des/ der Einzelnen gegenüber "objektiven

Qualitätsnormen",

- die Förderung von Amateuren und semiprofessionellen Gruppen,

- die Offenheit für experimentelle, neue Ausdrucksformen und

-möglichkeiten erprobende, künstlerische Betätigung, auch als

Beitrag zur produktiven Auseinandersetzung mit eher

traditionellen Feldern des kulturellen Lebens.

Betonung des demokratischen und humanistischen Inhalts von Kultur und Widerstand gegen faschistische und menschenverachtende Bestrebungen

Soziokulturelle Zentren sind in der Regel aus den "Neuen sozialen Bewegungen" entstanden und stehen in dieser Tradition. Hieraus resultiert der Anspruch, durch die Arbeit der Zentren zur Politisierung des Alltags und zur Demokratisierung der Gesellschaft durch Kultur beizutragen. Dahinter steht ein erweiterter Kulturbegriff, der sich nicht in der Pflege des "Guten, Wahren und Schönen" erschöpft, sondern die Lebenszusammenhänge der Menschen mitberücksichtigt. Die Berufung auf den sozialen, demokratischen und humanistischen Inhalt von Kultur begründet den Widerstand gegen alle faschistischen, rassistischen und menschenverachtenden Bestrebungen, die auch heute noch (und wieder) in der BRD zu beobachten sind.

DIE BANDBREITE DER ARBEIT DER ZENTREN REICHT VON "KONFLIKTE LÖSEN" BIS ZU "KONFLIKTE AUSLÖSEN"

Bei der Vielzahl der in der LAG NW zusammengeschlossenen Zentren ist es selbstverständlich, daß nicht alle hier beschriebenen Prinzipien von allen Zentren zu gleichen Teilen verwirklicht werden.

Und so bilden die Zentren und Initiativen in der Praxis längst keine homogene Gruppe. Das Erscheinungsbild und die Aktionsfelder beinhalten vielmehr das gesamte Spektrum von der Sozialarbeit, über die Kulturarbeit, bis zur unmittelbaren politischen Aktivität.

Diese Heterogenität wird heute innerhalb der Landesarbeitsgemeinschaft toleriert und akzeptiert. Sie ist Stärke und zugleich Schwäche, Ausdruck der Breite der soziokulturellen Bewegung und zugleich birgt sie die Gefahr der punktuellen Beliebigkeit.

Die Bandbreite zwischen "direkter" politischer Aktion für eine grundsätzliche gesellschaftliche Veränderung ("Konflikte auslösen") und der reformerischen Umgestaltung und Erneuerung des vorherrschenden Kulturverständnisses und -betriebes ("Konflikte lösen") bestimmt die soziokulturelle Szene. Es besteht allerdings die Gefahr, sich mit den herrschenden Verhältnissen und damit auch mit dem ausgegrenzten eigenen "Freiraum" (dem Zentrum) abzufinden.

AUSHALTEN VON WIDERSPRÜCHEN ODER ANPASSUNG!?

Während jahrelanger praktischer Arbeit haben sich für die soziokulturellen Zentren eine Reihe widersprüchlicher Situationen herausgebildet, wo inhaltliche Ansprüche der ZentrumsbetreiberInnen auf soziale, kulturelle oder kulturpolitische Realitäten prallen. Dies ist eine prekäre Lage, aber nicht gleichbedeutend mit einer kritiklosen Anpassung an Vorgegebenes.

1) Die Ausrichtung der Zentren auf Förderungsbedingungen der Öffentlichen Hand birgt stets die Gefahr einer schleichend einsetzenden Akzeptanz herrschender sozial- und kulturpolitischer Strukturen in sich.

2) In der Spanne zwischen der betriebswirtschaftlich notwendigen Orientierung am Kulturmarkt und dem eigenen Anspruch, innovative, experimentelle, unbekannte, politisch neue oder subkulturelle Aktivitäten zu unterstützen, die allesamt kaum vermarktbar sind oder sein wollen, geraten einzelne Einrichtungen verstärkt unter den Druck, sich im Veranstaltungs- und Kursprogramm einem Szene- oder Massengeschmack anzupassen. Damit schwinden die Chancen, eine Vorreiterrolle zu bekleiden, die Moden des Kulturmarktes zu hinterfragen und "subversiver Ort" zu sein.

3) Als juristische Personen müssen die Zentren sich Verordnungen, Gesetzen, Gepflogenheiten von Geldgebern und Rechnungsprüfern etc. bis zu einem gewissen Grad anpassen.

Ein schwerwiegendes Problem stellt dabei die steuerrechtliche Einordnung der Zentren dar: Während die Zielrichtung der Arbeit ausschließlich ideeller Natur ist, erfassen die Finanzämter die Aktivitäten einerseits als ideelle Bereiche oder Zweckbetriebe und entlasten sie steuerlich. Andererseits wird ein Teil der Tätigkeiten als steuerschädlicher Geschäftsbetrieb belastet, obwohl sich die Zentren per se in einer sehr angespannten betriebswirtschaftlichen Situation befinden - ganz abgesehen von der Frage nach der Kompetenz der Finanzämter auf diesem schwierigen Feld.

POSITIONEN ZUR FÖDERUNG DER SOZIOKULTUR

Die Arbeit der soziokulturellen Zentren in freier Trägerschaft hat in den letzten Jahren eine größere Unterstützung erfahren. Alle Parteien haben sich mehr oder minder deutlich für eine Förderung der Soziokultur ausgesprochen. So heißt es in einem Beschluß des SPD-Bundesparteitages vom 2.9.88:"... auf kommunaler wie auf Landesebene gilt es, die Arbeit der soziokulturellen Initiativen anzuerkennen und zu fördern....". "Durch die Förderung herausragender Projekte der Soziokultur sollen Kommunen ermutigt werden, bestehende Zentren auszubauen oder neue Zentren zu gründen" (Landtagswahlprogramm der SPD 1990).

Bundesbildungsminister Möllemann, FDP, in seiner Eröffnungsrede zum Symposium "Soziokultur - Innovation für Kultur, Bildung und Gesellschaft: "Auch in der praxisnahen Kulturarbeit geht es nicht ohne Geld. Die Finanzierung der freien Kulturarbeit ist in unserem Verfassungsgefüge keine Aufgabe des Bundes, sondern fällt in erster Linie den Gemeinden zu. Ich appelliere an die verantwortlichen Kulturpolitiker, diese erfolgreiche Arbeit der praxisnahen Kulturarbeit finanziell zu stärken."

Verschiedene Publikationen der KPV/ NW der CDU haben sich mit dem Thema Soziokultur/ Freie Kulturarbeit befaßt (Positionspapier zur zukünftigen Entwicklung der Kulturarbeit und Kulturpolitik in Nordrhein - Westfalen, Jan. 89 und Kurt Biedenkopf: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein - Kultur für alle oder Träume von Spinnern?) und sich positiv zur Förderung geäußert.

Die Grünen haben sich ebenfalls positiv zur Förderung geäußert.

FORDERUNGEN DER LAG NW

Die praktische Umsetzung der Positionen der Parteien ist jedoch sehr unterschiedlich und fast immer unzureichend. Es besteht nach wie vor ein praktischer Widerspruch zwischen denen, die diese Beschlüsse herbeiführen und denen, die diese vor Ort oder im Land umsetzen sollen.

Nach einer Erhebung der LAG NW bekommen zwar 23 von 31 Zentren eine Regelförderung durch die Kommunen, d. h. Zuschüsse zu Personal-, Betriebs-, und Programmkosten, die in der Regel jedoch unzureichend sind. Die Förderungshöhe geht von 20.000 DM bis 840.000 DM pro Jahr. Einige Zentren müssen sich weiterhin mit Projektmittelzuschüssen begnügen.

Die Förderung des Landes besteht in erster Linie in Investitionshilfen zum Umbau und zur Einrichtung der soziokulturellen Zentren. Erst seit 1986 fördert das Land regelmäßig die Aktivitäten der Zentren durch die Förderung von Projekten aus dem Feuerwehrfonds des Kultusministeriums. Darüberhinaus gibt es noch verschiedene Förderungen aus dem Landesjugendplan, dem Weiterbildungsgesetz u.a..

Wie schwierig die langfristige Perspektive für die Zentren aussieht, zeigt eine Erhebung über die Beschäftigungsstruktur der Zentren. 1989 waren von den 302 hauptamtlich beschäftigten Personen 111 in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), 46 im Landesprogramm "Arbeit statt Sozialhilfe" und 21 Zivildienstleistende. Fast 60% befanden sich damit in befristeten Arbeitsverhältnissen, die eine langfristige Arbeit und Planung unmöglich machen.

Die LAG NW fordert von daher nicht nur eine verbale Anerkennung der Arbeit soziokultureller Zentren und Initiativen, sondern auch eine ausreichende finanzielle Förderung.

ZIELE DER FÖRDERUNG

Ziel einer Förderung durch Kommune und Land muß es sein, eine ausreichende Absicherung hinsichtlich der Personal-, Betriebs- und Programmkosten zu gewährleisten. Neue Initiativen und Zentren müssen schnell und unbürokratisch in eine Förderung hineinkommen. Die Abhängigkeit von befristeten Arbeitsverhältnissen (ABM, ASH) muß abgebaut werden. Sie sind höchstens als Starthilfen und zur Entwicklung neuer Arbeitsfelder einzusetzen. Die Förderungsmodalitäten müssen die Arbeit unabhängig von den politischen Kräfteverhältnissen in den Kommunen und im Land absichern und stärken.

Konkret heißt das:

- Finanzierung der anfallenden Personalkosten für feste Mitar

beiterInnen, Honorar- und Aushilfskräfte, Zivildienstleistende;

Förderung in Anlehnung an die Bezahlung im Öffentlichen Dienst,

- Ausstattung der soziokulturellen Zentren mit allem Inventar

und Einrichtungsgegenständen, die für die laufende Arbeit benö

tigt werden, d.h. auch Erneuerungs- und Erweiterungsinvestitio

nen der bestehenden Zentren,

- Mietfreie Überlassung der städtischen Liegenschaften für die

soziokulturellen Zentren, Beteiligung an den Nebenkosten für

Strom, Wasser und Heizung u.a.. Bei privaten Liegenschaften

Übernahme der Mietkosten,

- Finanzierung der laufenden Programmkosten im künstlerischen,

sozialen und pädagogischen Bereich durch feste regelmäßige Zu

schüsse und ausreichende Projektmittel,

- Bei neuen Initiativen und Zentren: Ankauf und Anmietung von

geeigneten Gebäuden und Renovierung, Umbau und Ausbau von

Gebäuden zu soziokulturellen Zentren.

Vorstellbar und sinnvoll ist eine Förderung, die gemeinsam von Kommunen und Land sowie aus den Eigenmitteln/ erwirtschafteten Mitteln der soziokulturellen Zentren getragen wird. Gefördert werden sollte in Form einer Festbetragsfinanzierung in Kombination mit ausreichenden Projektmitteln. Die Abrechnungen dieser Mittel sind zu vereinfachen.

Darüberhinaus haben der Bund, das Land und die Kommunen die Verantwortung, ausreichende Mittel für neue Projekte zur Verfügung zu stellen.

Der Zusammenschluß der Zentren und Initiativen, die LAG NW, die den Austausch und die Weiterentwicklung der soziokulturellen Arbeit in den Zentren fördert, muß langfristig abgesichert bleiben.

Die Fortbildung von hauptamtlichen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen aus den Zentren sollte durch ausreichende Zuschüsse zu solchen Maßnahmen ermöglicht werden.

Die steuerliche Gesetzgebung ist derzeit für die Zentren unangemessen und es besteht Handlungsbedarf. Die soziokulturellen Zentren sollen mit öffentlichen Mitteln unterstützt und vergleichbaren Einrichtungen gleichgestellt und begünstigt werden.

Steuerliche Begünstigungen, die für den staatlich geförderten Kulturaustausch mit dem Ausland gelten, sollten auf soziokulturelle Zentren übertragen werden.

IMPRESSUM:

Hrsg.: Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NW e. V.

Achtermannstr. 10 - 12, 4400 Münster, Tel.: 0251/51 84 75

Redaktion: Rainer Bode, Andreas Bomheuer, Marlies Dauber, Egbert Silkenbeumer, Gerd Spieckermann, Jörg Stüdemann, Reinhard Wegener

Satz, Grafik:

Druck:

Bildnachweis:

Quellen:

Erich Kästner, Die Zunge der Kultur reicht weit, DTV, München 1978

Meja Mwangi, in: Fohrbeck u.a., Wir Eingeborenen, Rowohlt, Hamburg 1983

Lou Reed, aus: LP New York, "No time", 1989

Bei den in Anführungszeichen gesetzten Kastentexten und Bildunterschriften handelt es sich um Originalzitate aus Interviews mit MitarbeiterInnen aus soziokulturellen Zentren in NW

Herstellung und Herausgabe mit finanzieller Unterstützung des Kultusministeriums des Landes Nordrhein - Westfalen


Diese Seite ist ein Teil der Homepage soziokultur-nrw der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren in Nordrhein Westfalen.